Was motiviert dich wirklich?

Im letzten Blogbeitrag habe ich mich damit beschäftigt, was Menschen an ihre Arbeitgeber bindet. Im Kern ging es um Bedürfnisse, die erfüllt werden wollen. Dazu ergänzend und ebenso zentral, folgt hier die Betrachtung, warum wir Menschen eigentlich überhaupt irgendwas machen.
Was treibt uns innerlich an? Was ist Motivation und was sind Motive eigentlich? Welche Faktoren bringen uns nachhaltig, d.h. langfristig ins Tun?
Dazu geben ich dir am Ende Reflexionsfragen an die Hand

Motive als Treiber unseres Handelns

Motive sind die Treiber unseres Handelns, was bringt dich ins Tun? Sie lassen sich im Dreiklang aus Können, Dürfen und Wollen darstellen.

Können widerspiegelt unsere Fähigkeiten, Fertigkeiten, Talente und unsere fachliche Qualifikation

Dürfen fasst zusammen, inwieweit wir die strukturellen Gegebenheiten dafür haben.

Das individuelle Wollen ist die innere Einstellung, die intrinsiche Motivation.

Äußere und innere Faktoren der Motivation

Intrinsische Motivation beruht auf selbst bestimmten Faktoren, die jeder Einzelne für sich als wichtig erachtet. Typische intrinsische Faktoren sind das Streben nach verantwortungsvollen und wichtigen Tätigkeiten, Entscheidungsfreiheiten, persönliche Entwicklungsmöglichkeiten und interessante Arbeitsinhalte.

Extrinsische Faktoren werden von Dritten (Vorgesetzte, Personalabteilung) mit dem Ziel vorgegeben, jemanden zu einem gewünschten Verhalten zu motivieren. Typische Beispiele sind Gehaltserhöhungen, Belobigungen, Beförderungen, aber auch Bestrafungen wie Gehaltsreduzierung oder disziplinarische Maßnahmen.

I.d.R. haben extrinsische Motivationsfaktoren einen starken, dafür aber kurzfristigen Effekt, während intrinsische Faktoren eher eine langfristige Wirkung zeigen, fasst das Managementportal zusammen.

2018 im Interview: "Wie incentiviert man Mitarbeiter?" 
Darauf sagte er nach einer langen Pause: "Niemals extrinsisch.“

Götz Werner (1944-2022)
dm Gründer

Was spricht (noch) gegen extrinsische Motivation?

Hohe Belohnungen stören die Konzentration und erhöhen die Fehlerzahl!

Aufgeführt von Karrierebibel, die Aussicht auf eine besonders hohe Belohnung lenkt uns zu sehr ab.

Kurzfristig kann das reizvoll sein, wenn es als eine gemeinsame Teamaufgabe umgesetzt wird. Z.B. hat eine Bekannte, die eine Personalvermittlung leitet ihrem Team eine gemeinsame Reise nach New York versprochen, wenn ein bestimmtes Umsatzziel erreicht wird. Alle Kollegen und Kolleginnen waren hoch motiviert und gaben für diesen bestimmten Zeitraum alles. Dieses Pensum wäre aber niemals im Tagesgeschäft tragfähig und gesund.

Ich persönlich habe schon damals im Vertrieb immer mehr unter dem Konkurrenzkampf unter den Kollegen gelitten, als mich das Streben nach dem Abschluss-Bonus motiviert hat „Vollgas zu geben“. Energetisch ein Negativgeschäft.

Konditionierung auf Belohnung und Bestrafung führt zu Abhängigkeit

Konditionierung heißt: „Anwendung von Lerngesetzen (Lernen), um Beziehungen zwischen den Bedingungen, die dem Verhalten vorausgehen, dem Verhalten und den Konsequenzen herzustellen.“

Die selben verkorksten Sätze aus unserer Erziehung erzählen wir uns gegenseitig im Arbeitskontext weiter:

  • „Wenn du lieb bist, bekommst du ein Eis.“

  • „Wenn du Hausaufgaben gemacht hast, darfst du Fernsehen.“
  • „Wenn du dich anstrengst, bekommst du den Bonus.“

Es funktioniert auch umgekehrt und offenbart den Teufelskreis

Es ist das selbe Muster, was greift. Aber das Knüpfen der extrinsischen Motivierung an Boni, Geschenke und Belohnungen aller Art kann auf Dauer sogar zur Demotivation führen.

„Nur wenn ich den Bonus bekomme, strenge ich mich an.“

Wir gewöhnen uns zu sehr daran und wollen dann immer mehr. Prinzip „Der Fischer und seine Frau“.

Der emotionale Aspekt darf nicht vernachlässigt werden

Die Spitze des Eisbergs: Die meisten Führungskräfte führen immer noch nach dem Prinzip der Angst und üben Druck aus durch Belohnungen und Bestrafungen. Das bringt mich zwar schnell ins Tun, aber eher aus einem Flucht-Instinkt heraus. Ich vergleiche dies mit dem Eisberg, um den Effekt zu visualisieren.

Extrinsisch ist schnell sichtbar, vielleicht einfacher messbar durch KPIs, der intrinische Teil ist zwar nicht so offensichtlich, geht aber tiefer, reicht weiter und ist nachhaltiger.

 

In einem früheren Blogartikel habe ich mich mal mit den 2 Wegen der Motivation beschäftigt: Hin zu/ Weg von.

"Für mich persönlich ist der Sinn dahinter die einzig denkbare Motivation einen Job zu machen."

Umfrage bei goodjobs.eu

Finde heraus, was dich intrinsisch antreibt!

Reflexionsfragen für dich

  • Was motiviert mich – innerlich?
  • Was will ich im Leben, was will ich verändern?
  • Was ist mir generell wichtig?
  • Was treibt mich an?
  • Welche Motive leiten mich im Leben?
  • Wann bin ich emotional bei der Sache?
  • Für welche „Sache“ bin ich dauerhaft engagiert?
  • Wofür kann ich mein Können, mein Potenzial voll einsetzen?

Dabei wünsche ich dir viel Vergnügen!

Melde dich für ein Ikigai Resonanzcoaching, wenn du weitere Reflexionsfragen suchst und anschließend laut weiter darauf rumdenken möchtest.

Alles Liebe,
Sandra

1 Kommentar
  1. Klebefolie
    Klebefolie sagte:

    Ich bin selbst auch etwas verunsichert momentan, der Artikel hat mir jedenfalls schon sehr geholfen und motiviert mich sehr nicht verzweifelt zu sein.

    Lg Alisa

    Antworten

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