Wut als Antriebskraft – Was macht dich so richtig wütend?

Lass es mal hochkochen, das Feuer! Nicht runterschlucken, die Wut. Alle Gefühle, speziell deine Antriebskraft Wut, werden jetzt gebraucht. Ich erzähle dir, warum. Weiter unten habe ich dir auch mein Youtube Video zum Thema angehangen, in dem ich den Text in eigenen Worten wiedergebe.

Zuerst eine Anekdote

Ich hatte letzte Woche einen Workshop in einem Jugend Sommercamp des Arche Nova – eine Initiative für Menschen in Not e.V. in Dresden. Teenager, die sich mit zukunftsfähigen Jobs und Nachhaltigkeit beschäftigten, hatten mit mir die Gelegenheit sich auch mit ihrem Lebenssinn zu befassen. Zukunftsberuf? Als Berufungscoach bin ich der Überzeugung, dass ein wesentlicher Schlüssel die Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebenssinn, dem Purpose und persönlichen Beitrag für eine bessere Welt ist.

Ich habe dazu ein Workbook mit Reflexionsfragen gestaltet, mit dessen Hilfe die Teenager sich erst eigenen Gedanken machen und anschließend miteinander in den Austausch gehen konnten. Eine enthaltene Frage stieß auf Irritation, was ich sehr spannend finde. Und mir wäre es vor einigen Jahren sicher auch so gegangen. Durch die Beschäftigung in den letzten Jahren mit persönlicher und beruflicher Weiterentwicklung, Selbstannehme und Emotionen kann ich es nun etwas anders betrachten.
Die Frage lautete:

„Welche Zustände in der Welt regen mich besonders auf?“

Im Workshop kam Kritik auf. “Naja, ist das nicht ein bisschen krass so zu fragen? Das könnte doch Emotionen triggern, wie Wut oder Traurigkeit?“
Ja! Und das ist ja auch gut so! Wut ist Feuer, Wut ist unser Motor etwas, dass wir nicht akzeptieren können zu ändern. Es setzt Handlungsenergie frei. Ich denke dabei nicht, an klassische Choleriker, die ihre Wut sinnlos entladen, sondern daran aktiv zu werden, für eine Sache, die dir wichtig ist. Eine Sache, die du falsch findest in der Welt, die du verändern möchtest.

„I am no longer accepting the things, I can not change. I am changing the things I can not accept.“

Angela Davis

Ich fühle mich aktuell wieder unglaublich wütend, wenn meine Tochter schon wieder in häusliche Quarantäne muss. Ich verstehe nicht, warum die mentale Gesundheit und erst recht die von Kleinkindern einen so geringen Stellenwert hat in der Gesellschaft. Es macht mich wütend, dass andererseits Leute wieder fröhlich auf Inseln fliegen um mit Yachten über sterbende Korallenriffe schippern zu können. Mich macht wütend, dass befreundete spanische Familien, die seit 15 Jahren in Dresden leben, die ein Unternehmen gegründet haben, dass die Stadt bunter und liebevoller macht, deren Kinder hier geboren sind, rassistisch angefeindet und bedroht werden. Es macht mich wütend, dass 1/3 aller weltweit produzierten Lebensmittel weggeworfen werden. Es macht mich wütend, dass weltweit täglich 150 Tier- und Pflanzenarten aussterben. Diese Verschwendung an Ressourcen und die isolierte Betrachtung macht mich wütend. Dabei hängt alles miteinander zusammen.

Viele Themen, die nach Veränderung und Verbesserung schreien. Wie kann meine Wut mir da helfen?

Wut ist eine enorme Antriebskraft.

Die Erkenntnis, dass alle Emotionen gleichwertig und gleich wichtig sind, ist DER Game-Changer dabei. Es gibt keine negativen Emotionen! Wir wollen alle lieber in der Freude schwelgen, als in der Trauer. Klar. Aber das liegt hinter der Emotion? Die Frage ist, auf was will uns die Emotion hinweisen? Ist die Trauer nicht ein Hinweis darauf, dass ich etwas schade finde, dass ich mir etwas anderes gewünscht hätte? Vielleicht hilft sie mir auch zu erkennen, was ich wirklich will. Und ist die Wut doch eine enorme Antriebskraft. Ich empfinde etwas als falsch und will es ändern. Vivian Dittmar nennet es in ihrem Buch „Gefühle und Emotionen“ auch Urkraft. Hier eine 2-seitige Leseprobe des Kapitels: Was ist eine Urkraft?

Gefühle wollen gefühlt werden.

Im Buch „Gefühle und Emotionen“ von Vivian Dittmar, sagt die Autorin: „Solange wir nicht bereit sind, ein bestimmtes Gefühl zu fühlen, hat dieses Gefühl Macht über uns. Wir sind gezwungen, ihm auszuweichen oder es loszuwerden, indem wir es unterdrücken oder an anderen auslassen.“ Ich höre das Buch gerade auf Spotify. Du kannst es aber auch bei anderen Streaming-Diensten finden.

Nicht selten äußert sich heruntergeschluckte Wut auch körperlich. Ich bin nicht mehr bereit Sod-Brennen zu akzeptieren und stoße aktiv Veränderung an.

The Purpose Network

Ich kann nicht alleine die Welt retten. Aber wenn jeder ein bisschen bewusster wird in seinem Handeln und Verbrauch, dann schaffen wir gemeinsam eine Menge. Fakt ist, „ein weiter wie bisher“, reicht nicht aus.

Deshalb habe ich gemeinsam mit anderen Coaches The Purpose Network gegründet, eine Initiative für mehr Purpose-Klima-Bewusstsein. Klima im Sinne des Nachhaltigen Umgangs mit der Umwelt und des Miteinanders, findet sich doch auch im Unternehmenskontext ein gewisses Arbeitsklima wieder. Wir setzen uns ein für bewussteres Wirtschaften, Leben und Sein.

Fragen und Imulse für dich

Welche Zustände in der Welt regen mich besonders auf?

Was macht mich wütend?

Was bringt mich in Aktion?

Was will ich verändern und verbessern?

Wo unterdrücke ich meine Wut?

Es gibt keine positiven oder negativen Gefühle, so lange sie ausgelebt werden. Let’s do this together. Lass uns die Veränderung sein, die es gerade jetzt braucht.

Sandra

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