Warum wir „lieber“ in unliebsamen Jobs stecken bleiben, als unseren wahren Träumen und Bedürfnissen zu folgen

Warum wir „lieber“ in unliebsamen Jobs stecken bleiben, als unseren wahren Träumen und Bedürfnissen zu folgen

In diesem Blogbeitrag schreibe ich vom Müssen, Wollen und Dürfen. Wie wir uns im Erwachsenenalter selbst die Märchen weiter erzählen, die wir als gut gemeinte Ratschläge im Kindesalter gehört haben und somit eigentlich immer lieber Kind bleiben. Nämlich nicht verantwortlich für unsere Situation. Lieber Meckern und jammern, als aktiv etwas daran zu ändern. Manche Ausreden sind schon so normal geworden, dass wir vor lauter Normalität den Zugang zu unseren eigentlichen Bedürfnissen immer mehr verlieren, wenn nicht schon ganz verloren haben. Lasst sie uns wiederfinden und ernst nehmen. Ich widme diesen Artikel unseren BeDÜRFnissen.

„Nee, ich kann nicht. Ich muss arbeiten.“

Kennst du das? Vielleicht nutzt du den Satz auch häufiger, ob als Ausrede oder Absagegrund für eine Verabredung oder dass du jetzt eben nicht mit deinem Kind spielen kannst. „Ich muss arbeiten.“
Im Wort „müssen“ liegt eine Schwere und Unfreiwilligkeit. Unfrei dem anderen die Wahrheit zu sagen, dass wir keine Lust haben? Oder vielleicht haben wir ja Lust, aber fühlen uns unfrei eigene Entscheidungen zu treffen? Fühlen uns unfrei das zu machen, was wir wirklich wirklich wollen?

Denn im Grunde hast du immer die Wahl. Niemand zwingt dich den Job zu machen, du hast selbst den Arbeitsvertrag unterschrieben, oder? Und doch erleben es viele Menschen eher als inneren Zwang, sich anzupassen, der Norm zu entsprechen, sich den gesellschaftlich anerkannten Status zu erarbeiten und weiter so zu machen, weil das alle anderen auch so machen. Was heißt Arbeiten für dich, habe ich mal in einem früheren Blogbeitrag gefragt.

Wo kommt das her? Kleine Kinder sagen noch ganz beherzt: „Ich will, ich will ich will!“

Bis ihnen beigebracht wird, dass es schöner ist, „ich möchte bitte“ zu sagen. Und zwar mit dem hierarchischen Gefüge, dass dann Mama oder Papa noch entscheiden können, ob das Kind das dann auch bekommt oder nicht. Schon so früh lernen Kinder praktisch, dass es gar nicht so wichtig sei, was sie selbst wirklich wollen, denn das entscheiden andere für sie. Und sie haben sich dem anzupassen, was der Rahmen ihnen vorgibt.

Konditionierung, was ist das?

Hier die Defininion von Spektrum:

„Konditionierung: Anwendung von Lerngesetzen (Lernen), um Beziehungen zwischen den Bedingungen, die dem Verhalten vorausgehen, dem Verhalten und den Konsequenzen herzustellen. …“

Was lernen wir daraus?

Schon in der Schule werden wir darauf konditioniert, dass kognitive Leistungen mehr zahlen, als handwerkliches Geschick. Immer mehr Schüler und Schülerinnen machen Abitur und wählen ein Studium als Ausbildung, immer mehr Handwerksbetriebe haben Probleme Nachwuchs zu finden.

  • Wenn ich lieb bin, darf ich Fernsehen.
  • Wenn ich mich anstrenge, werde ich gelobt.
  • Wenn ich 40h in der Woche das mache, was von mir verlangt ist, bekomme ich dafür Geld.
  • Wenn ich der Meinung des Chefs bin, dann hab ich einen Stein im Brett bei ihm u.s.w.

Dir fallen sicher eigene Beispiele ein, wie wir unser Verhalten im Berufskontext anpassen. Und ich empfinde es auch so, dass die Strukturen so geschaffen sind, diese auch aufrecht zu erhalten.

Wir bleiben lieber in unliebsamen Jobs stecken, als unseren wahren Träumen zu folgen, weil wir es so gelernt haben.

Doch ich möchte nicht die Konditionierung an sich verteufeln. Das passiert auch unbeabsichtigt. Wichtig ist, dass wir uns dessen bewusst werden und uns fragen, welche unserer Konditionierungen uns noch weiter dienlich sind. Denn ich stelle in Frage, dass die gängigen Arbeitsmodelle noch grundsätzlich sinnvoll sind. Immer mehr Menschen machen nur Dienst nach Vorschrift und haben längst innerlich gekündigt. Auch ein sehr hoher Krankenstand und die wachsende Burnout-Statistik bestätigt das. , u.v.m. sind Anzeichen dafür.

Was sind unsere wahren Träume überhaupt?

Im Grunde unseres Herzens wollen wir Menschen an etwas Bedeutungsvollem arbeiten. Wenn wir unsere Leidenschaft folgen, uns im Flow fühlen, können wir uns – wie Kinder – stundenlang ist etwas vertiefen und lieben es auszuprobieren, zu entwickeln, zu werkeln, zu gestalten, zu erschaffen.

Legen wir konditionierte, also erlernte Verhaltensmuster mal bei Seite, können wir uns auch wieder auf uns Selbst besinnen.

Frage dich:

  • Was habe ich früher als Kind schon immer gern gemacht?
  • Wenn Geld, Status und all die Verpflichtungen nicht wären, was würde ich dann tun?
  • Was will ich in meinem Leben noch lernen?
  • Was will ich am Ende meines Lebens hinterlassen?

Wir DÜRFEN lernen unsere BeDÜRFnisse wieder wahrzunehmen

Und sie auch ernst zu nehmen. Nicht: „hab dich nicht so!“ oder „beiß die Zähne zusammen!“ Diese und andere Sprüche haben uns eingebläut, dass wir uns selbst zurück stellen, angepasst funktionieren und führen manchmal auch dazu, dass wir gar nicht mehr wahrnehmen können, was wir eigentlich wirklich wollen und brauchen.

Höre auf dich und deine Be-DÜRF-nisse! Wir leben nur dieses eine Mal und das DÜRFEN wir so gestalten, wie es zu uns ganz persönlich passt.

Wir dürfen uns selbst wichtig nehmen.
Wir dürfen unsere Träume wahr machen.
Wir dürfen nicht warten, bis uns dazu jemand die Erlaubnis erteilt.
Gib sie dir einfach selbst und trau dich! Was soll schon passieren?
Wir dürfen alles!

Wenn du die Erlaubnis lieber von jemand anderem hören möchtest, kann ich das übernehmen!
Brauchst du Unterstützung dabei, in deine wahren Wünsche und Bedürfnisse zu lauschen, sie zu verstehen, zu greifen und zu formulieren? Damit du dich auch trauen kannst, ihnen zu folgen?

Bedürfnis kommt von Bedarf.

Du DARFST!

Ich will, ich werde und ich kann

Ich befinde mich ja auch gerade erst am Anfang meiner Reise. Durch meine Selbstständigkeit kann ich mein Arbeiten frei gestalten. Das heißt nicht, dass ich nur Aufgaben mache, die mir Spaß machen. Dass heißt auch nicht, dass nur weil dies meiner Berufung entspricht, es nie anstrengend wäre. Aber ich weiß, wofür ich es mache und kann das wann und wie selbst festlegen. Vor allem auch durch die Themen, mit denen ich mich beschäftige oder dem Netzwerk, mit dem ich mich umgebe, kann ich immer mehr „Ich will arbeiten“ sagen. Dafür bin ich dankbar.

Alles Liebe,
Sandra

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