Kündigen ohne neuen Job Titelbild - Frau mit Umzugskiste im Büro

Kündigen ohne neuen Job – warum das nicht das Verrückteste ist

In meinem Coaching bekommen Kundinnen vorab einen Fragebogen.
Eine Frage darin lautet:

Was wäre das Verrückteste, was du jetzt beruflich machen könntest?

Die Antwort überrascht mich inzwischen kaum noch.
In etwa 90 % der Fälle steht dort:

„Einfach kündigen, ohne einen neuen Job zu haben.“

Und jedes Mal denke ich:
Wirklich? Ist das das Verrückteste, was dir einfällt?

Wenn der Job auslaugt, aber als „vernünftig“ gilt

Wenn ich genauer hinhöre, beschreiben mir dieselben Menschen einen Alltag, der sie auslaugt.
Einen Job, der keine Freude macht.
Kolleginnen, bei denen sie innerlich dichtmachen.
Arbeitstage, die so viel Energie ziehen, dass abends nichts mehr geht – außer Erholen, Wegscrollen, Serien schauen oder Online-Shopping. Nicht aus Genuss, sondern um das Gefühl von Leere kurz zu betäuben.

Und trotzdem wird dieser Zustand selten infrage gestellt.

Wir haben uns daran gewöhnt, genau das als vernünftig zu bezeichnen. Als erwachsen. Als normal.

Kündigen ohne neuen Job: Warum Bleiben oft verrückter ist als Kündigen

Wenn ich ehrlich bin, erscheint mir etwas anderes viel radikaler als zu kündigen:

> Jeden Tag dort zu bleiben, wo man innerlich längst gegangen ist.
> Jahrelang.
> Mit dem Wissen, dass das eigene Potenzial, die eigenen Werte und die eigene Lebendigkeit keinen Platz haben.

Das kostet Kraft und Energie. Und zwar nicht kurzfristig, sondern schleichend – über Jahre.

Kündigen ist nicht verrückt.
Verrückt ist, Erschöpfung zum Dauerzustand zu erklären.

Berufliche Neuorientierung ist kein Luxusproblem

Viele meiner Kund:innen zweifeln an sich, weil sie „eigentlich“ einen sicheren Job haben.
Weil sie eigentlich keinen Grund zum Beschweren haben (sollten). Weil sie funktionieren. Weil sie durchhalten.

Die Sehnsucht nach Sinn wird dann schnell abgetan als Luxusproblem oder als Zeichen von Undankbarkeit.

Dabei ist das Gegenteil der Fall.

Sinn zu suchen und das eigene Leben danach auszurichten ist kein Luxus.
Es ist eine Entscheidung für innere Stimmigkeit.
Für Selbstverantwortung.
Und oft der erste echte Schritt raus aus dem inneren Stillstand.

Sinn im Beruf: eine Frage von Verantwortung, nicht von Mut

Es geht hier nicht um impulsive Kündigungen oder romantisierte Ausstiege. Nicht um „Alles hinschmeißen und mal sehen“.

Es geht um etwas Tieferes:
um die ehrliche Frage, wie lange man sich selbst noch ignorieren will.

Viele Menschen haben gelernt, Verantwortung mit Durchhalten zu verwechseln.
Doch Verantwortung für das eigene Leben bedeutet manchmal, anzuerkennen,
dass ein Kapitel zu Ende ist – auch wenn noch kein neues überschrieben ist.

Warum sich die Frage nach dem eigenen Weg lohnt

Im Coaching erlebe ich immer wieder, was passiert, wenn Menschen sich erlauben, diese Fragen ernst zu nehmen:

  • Was ist mir wirklich wichtig?

  • Wo bin ich innerlich lebendig – und wo nicht mehr?

  • Wofür lohnt es sich, Unsicherheit in Kauf zu nehmen?

Diese Klarheit löst nicht alle Probleme. Aber sie verändert die Richtung.

Und oft ist genau das der Unterschied zwischen innerem Stillstand und dem ersten Schritt, der sich nach echter Bewegung anfühlt. Eine innere Erlaubnis, ich darf so fühlen und darf mich selbst wichtig nehmen, das für mich so zu entscheiden und zu priorisieren. 

Das ist übrigens meine Haltung als Purpose Coach und meine eigene Erfahrung in der Beschäftigung mit dem Thema. Vielleicht hast du diesen Text gelesen und gedacht: Genau so fühlt es sich an.


Wenn du deine Situation sortieren und herausfinden möchtest, was für dich wirklich stimmig ist, findest du mehr Infos zu meiner Arbeit auf meiner Website.