Purpose als Kompass

Du brauchst keinen Purpose im Leben

Neulich bin ich auf Instagram über einen Satz gestolpert, der mich im ersten Moment richtig irritiert hat:

"Your don't need a purpose in life."

Irritiert hat mich das vor allem deshalb, weil ich überzeugt bin: Es kann sehr hilfreich sein, den eigenen Purpose zu kennen. So habe ich es selbst erlebt und arbeite genau damit ja auch im Coaching.

Und trotzdem habe ich sehr schnell verstanden, was die Frau meinte. 

Du musst dir deinen Purpose nicht verdienen

Die Botschaft hinter diesem Satz war nicht: “Sinn ist egal.”
> Sondern eher: Du musst dir keinen Lebenssinn verdienen! 
> Du musst nicht erst etwas „Besonderes“ leisten, um hier richtig zu sein.

Allein dass du lebst, hier bist, atmest, fühlst und Erfahrungen machen darfst – das ist dein Purpose. Punkt.

Und vielleicht liegt genau darin eine große Entlastung.

Sinnsuche kann Druck erzeugen

Ich erinnere mich noch genau, als ich mich auf meine persönliche Sinnsuche begeben habe.

  • > Ich müsste doch wissen, wofür ich hier bin.

  • > Andere haben das längst verstanden – warum ich nicht?

  • > Was mache ich falsch? 

Die große Sinnfrage wird dann schnell schwer. Sie wird zu etwas, das man lösen muss, statt zu etwas, das sich zeigen darf.

Vielleicht geht es zuerst ums Leben selbst

Es geht nicht darum irgendetwas zu Suchen und Finden zu müssen. 
Es reicht erst einmal völlig, der eigenen Freude zu folgen, sich auszudrücken, dem Leben zu erlauben, sich durch dich zu entfalten. Nicht als Konzept. Sondern ganz praktisch, im Alltag.

Dieser Perspektivwechsel nimmt Druck raus.
So gesehen, würde ich diesen Instagram-Impuls sofort unterschreiben.

Sinnsuche ist keine ToDo, die abgehakt werden muss. Es ist ein lebenslanger Prozess. 

Warum es trotzdem sinnvoll sein kann, den eigenen Purpose zu kennen

Aus meiner Erfahrung möchte ich etwas ergänzen. Ich halte es nicht für nötig, „einen“ Purpose zu haben, um ein gutes Leben zu führen. Aber ich erlebe immer wieder, wie pur und lebendig diese Momente sind, wenn Menschen sich selbst erkennen.

Wenn sie spüren:

  • > Das treibt mich wirklich an.

  • > Das ist mir wichtig.

  • > Dafür lohnt es sich, loszugehen.

Purpose ist dann kein Titel und kein Etikett. Sondern etwas sehr Ehrliches und Persönliches.

Purpose als innerer Kompass, nicht als Lebensaufgabe

Die Aufgabe ist nicht, sich zu optimieren. Im Erkennen der eigenen Aufgabe hier, liegt viel mehr eine sehr dienende Haltung, wie ich finde. Wenn ich weiß, wer ich bin und was ich kann, dann kann ich dies auch viel besser anderen zur Verfügung stellen. Ich kann mich einbringen und die Gesellschaft zum Wohle aller mitgestalten.  

Das Leben wird dadurch nicht automatisch einfacher. Herausforderungen bleiben. Zweifel auch.
Aber:
Du weißt, wofür es sich lohnt, dranzubleiben.
Wofür du morgens aufstehst, auch wenn es sich schwer anfühlt.
Wofür du Umwege, Pausen und mutige Entscheidungen in Kauf nimmst.

Purpose wird so zu einem inneren Kompass. Nicht zu einem Ziel, das du erreichen musst.

Du darfst einfach leben – und tiefer verstehen, was dich trägt

Du darfst einfach leben. Ohne deinen Sinn erklären zu können. Ohne ihn benennen zu müssen.

Und du darfst, wenn du magst, tiefer verstehen, was dich trägt.
Was dich innerlich ausrichtet.
Was dir Kraft gibt, wenn es unruhig wird.

Beides schließt sich nicht aus. Es gibt kein richtig und falsch dabei.

Alles Liebe, 
Sandra

P.S. Wenn du deinen Sinn erforschen möchtest, kann ich dir in einem 8-stündigen Coaching-Prozess dabei helfen. 

Hier findest du mehr Informationen dazu.